Lust auf eine Woche Taizé? Klar doch! – So machten sich 18 Schülerinnen und Schüler der Klassen 10-12 des EVG mit Frau Recknagel und Herrn Brandt am 22. August um fünf Uhr in der Frühe auf nach Taizé. Die eine Hälfte zum ersten Mal, die andere Hälfte wusste bereits, worauf sie sich einlässt.
Der Alltag in Taizé unterscheidet sich radikal vom schulischen, digitalen Leben zu Hause. Dreimal am Tag läuten hier die Glocken der „Kirche der Versöhnung“ und rufen alle Bewohner des Hügels zum gemeinsamen Gebet zusammen. Das Besondere an diesen Gottesdiensten sind die charakteristischen, mehrstimmigen Gesänge, die in mehrfach wiederholt gesungen werden und eine meditative Atmosphäre schaffen. Ein zentrales Element ist zudem die zehnminütige Stille während des Gebets. „Am Anfang war es ungewohnt, mit so vielen Menschen im Raum absolut still zu sein“, berichtet Marcel aus der Bibelgruppe. „Aber nach ein paar Tagen war genau diese Stille der Moment, in dem man richtig zur Ruhe kommen konnte.“
Gemeinsam Leben, beten und arbeiten
Gemeinsam nimmt man auch die täglichen, einfach gehaltenen Mahlzeiten ein. Für die Woche werden die Gruppen zudem neu und international aufgeteilt – so wurden alle in neue Zehnergruppen mit Spaniern, Polen und Franzosen gemischt. Und damit mussten sich dann alle auf Englisch unterhalten. Jeden Tag gab es in dieser Gruppe eine Bibeleinführung von einer Stunde und einen dran anschließenden Gesprächskreis.
Doch Taizé funktioniert nur, weil alle auch mitanpacken. Deshalb wurden auch die Jugendlichen der Gruppen nachmittags an jedem zweiten Tag zum Putzen mit eingebunden. An den anderen Tagen gab es eine längere Gruppenaktivität. Doch viele haben sich auch freiwillig bei weiteren Diensten, wie dem Essenausteilen oder dem Abwasch eingebracht. Daneben gab es noch eine Reihe von Workshops, Geländespielen und Chorproben, die jeder dann individuell besuchen konnte. Zum Tagesausklang nach dem Abendgebet gegen 21:30 Uhr fanden sich dann alle am Oyak, dem Partykiosk, ein - zum Snacken, Tanzen und Feiern.
Ein Funke für den Alltag
Am Samstagabend erreichte die Woche mit dem traditionellen Lichtergebet ihren Höhepunkt. Tausende kleine Kerzen verwandelten die dunkle Kirche in ein Lichtermeer – ein Symbol der Hoffnung, das die Jugendlichen nun mit nach Hause nehmen. Erschöpft, aber sichtlich bereichert und mit vielen neuen Eindrücken und Freundschaften im Gepäck, kehrte die Gruppe am Sonntag, den 30. August gegen 21:30 Uhr nach Meiningen zurück. Was bleibt, ist die Erfahrung gelebter Gemeinschaft weit über die Landesgrenzen hinaus.
